Wohnpsychologie:
Wenn Unordnung zur Belastung wird
"Eigentlich müsste ich mal aufräumen, aber ich schaffe es nicht!" Auch wenn es keine Norm für DIE Ordnung gibt: Wenn es in der Wohnung einfach nicht gelingen will, Ordnung zu halten, kann es an einer unzureichenden Funktionalität liegen, was die adäquate Aufbewahrung erschwert. Das Ergebnis sind Unruhe und folglich Stress.
Visuelle Unruhe, verursacht durch die Sinneseindrücke, steht nicht nur der Konzentration im Wege. Wir fühlen uns unwohl, sind angespannt und kommen einfach nicht zur Ruhe - auch nachts nicht. Irgendwann macht sich mentale Erschöpfung bemerkbar.
Das Phänomen Wohnstress ist keine rein psychische Wahrnehmung, vielmehr lässt sich dieser Stress und die damit verbundene Ausschüttung des Stresshormons Cortisol körperlich messen, was u.a. 2009 bei einer entsprechenden Untersuchung des in Maryland, USA ansässigen National Center for Biotechlology gelang.
Es ist mir wichtig, für die Bedeutung von häuslicher Erholung und Regeneration zu sensibilisieren. Denn wo sollen wir Kräfte sammeln für die Herausforderungen des Alltags, wenn nicht zuhause? Neben dem Einsatz geeigneter Aufbewahrungsmöglichkeiten kann es sinnvoll sein, den Grundriss zu studieren, ein neues Raumnutzungskonzept zu entwerfen und Stauraum zu schaffen. Denn: Das richtige Ordnungsniveau kann glücklich machen!
Text: Elfi Meyer zu Broxten