Territorium - Warum räumliche Abgrenzung im Büro wichtig ist 

Menschen neigen dazu, eine emotionale Bindung zu den wichtigsten Orten aufzubauen. Für viele kommt nach dem Zuhause schon der Arbeitsplatz. 

Mitarbeiter identifzieren sich enorm mit dem ihnen zugewiesenen Platz, und Arbeitsraum ist längst mehr als ein Mittel zum Zweck, vielmehr steht er für das urmenschliche Bedürfnis danach, sein Territorium einnehmen zu können. Damit eng verwoben ist der Wunsch nach Umweltkontrolle. Dieser Faktor zählt zu den wichtigsten, wenn es um Mitarbeiterzufriedenheit und Produktivität geht. 

Wie wir Interaktionen und Kommunikation mit Kollegen selber beeinflussen und regulieren, also Distanz zu anderen aufrechterhalten können, uns zurückziehen und ein gewisses Maß am Privatheit haben, den Platz nach unserem Gusto verschönern und privatisieren können, gibt nicht zuletzt Auskunft über unseren Status im Betrieb.

 In einer Welt, in der wir vor allem danach beurteilt werden, wie weit wir es gebracht haben, sind auch die Optik des Büros und des Gebäudes ein Kriterium für unsere Selbstwahrnehmung und -bewusstsein. 

Indem Arbeitgeber sich mit dem Wohlfühlfaktor Umweltkontrolle an Arbeitsplätzen beschäftigen, gehen sie auf das elementare Bedürfnis nach Wertschätzung ein, was sich wiederum nachweislich auf die Arbeitsleistung und -effizienz auswirkt. Der positive Zusammenhang konnte mehrfach in Untersuchungen nachgewiesen werden.

Die Architekturpsychologie versucht auch im Hinblick auf neue Arbeitsmodelle Antworten auf drängende Fragen nach der Wirkung der sich verändernden Bürowelten auf uns Nutzer in Sachen Kognition, Sozial- und Kommunikationsverhalten, Emotionsverarbeitung, Motivation und Arbeitsleistung zu finden. Der Einsatz architekturpsychologischer Maßnahmen kann helfen, Arbeitsprozesse deutlich zu verbessern.



Text: Elfi Meyer zu Broxten